Wie ich meine Fotografie erlebe
Eine Reflexion nach einem halben, kunterbunten Jahrhundert
In dieser Folge von Salon Knuterbunt geht es ums Erleben – und darum, was passiert, wenn wir aufhören, ständig nach dem nächsten Bild, dem nächsten Impuls oder dem nächsten Ziel zu suchen.
Seit meinem 50. Geburtstag merke ich immer gelassener zu werden, wie gut mir Reduktion tut und wie sehr ich ins Erleben komme. Weniger Communities, weniger Ablenkung, weniger das Gefühl, überall dabei sein zu müssen. Dadurch entsteht etwas, das mir zunehmend wichtig wird: Ruhe, Aufmerksamkeit und Raum für das, was gerade da ist.
Diese Veränderung spüre ich auch in meiner Fotografie. Ich gehe immer weniger hinaus, um unbedingt Fotos zu machen. Ich gehe hinaus, um zu schauen, wahrzunehmen und zu erleben. Meine Leica M10 darf mich dabei begleiten – aber sie muss nichts mehr beweisen.
Vielleicht muss nicht jeder besondere Moment festgehalten werden. Vielleicht darf ein Erlebnis einfach ein Erlebnis bleiben.
Und vielleicht verändert sich irgendwann auch die entscheidende fotografische Frage: Nicht mehr nur „Ist das ein gutes Foto?“, sondern vielmehr „Ist das mein Foto?“
Eine persönliche Folge über Reduktion, das Älterwerden, kontemplative Fotografie und die wunderbare Erfahrung des Erlebens
Denn vielleicht geht es gar nicht darum, möglichst viel zu fotografieren – sondern möglichst viel zu erleben.
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